
Gesundheits-Apps auf Rezept – gezielt eingesetzt
Digitale Gesundheitsanwendungen, kurz DiGAs, sind zertifizierte Gesundheits-Apps, die nach Genehmigung durch die Krankenkasse kostenfrei auf dem Smartphone zunächst für jeweils 3 Monate freigeschaltet werden können.
Mittlerweile gibt es Anwendungen für verschiedene Krankheitsbereiche, zum Beispiel:
-
Depression
-
Adipositas
-
koronare Herzkrankheit (KHK)
-
Schlafstörungen
Die Apps bieten geprüfte Gesundheitsinformationen und unterstützen dabei, Krankheitsverläufe und Symptome strukturiert zu dokumentieren. Diese Daten können bei der ärztlichen Kontrolle – häufig nach etwa drei Monaten Nutzung – in die weitere Therapie einfließen.

Meine Empfehlung als Arzt: sinnvoll nutzen, wenn es passt
Digitale Anwendungen sind kein Selbstzweck.
Sie können dann sinnvoll sein, wenn:
-
ein sicherer Umgang mit dem Smartphone besteht
-
das Krankheitsbild dafür geeignet ist
-
der Patient bereit ist, aktiv mitzuarbeiten und den Verlauf an den geforderten Stellen in die app einzutragen
Richtig eingesetzt können DiGAs dabei helfen, eigene Ressourcen zu aktivieren und besser zu nutzen und den Umgang mit der Erkrankung bewusster zu gestalten.
Wann eine DiGA sinnvoll ist
Der Einsatz kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn Patienten ihre Symptome genauer im Blick behalten und aktiv an der Behandlung mitarbeiten möchten.
Ein strukturierteres Symptomtagebuch als im Alltag üblich kann dabei helfen:
-
Verläufe besser zu verstehen
-
Veränderungen frühzeitig zu erkennen
-
die ärztliche Behandlung gezielter auszurichten
Wie die Verordnung abläuft
Wenn im ärztlichen Gespräch der Einsatz einer DiGA als sinnvoll erachtet wird, erfolgt die Verordnung über ein separates Rezept.
Der weitere Ablauf:
-
Einreichung des Rezepts bei der Krankenkasse
-
Freischaltung der App
-
Download und Aktivierung durch den Patienten
Was DiGAs leisten können
Die Wirksamkeit der Anwendungen wird fortlaufend in sogenannten Marktbeobachtungsstudien überprüft.
Im Einzelfall kann ihr Nutzen hauptsächlich darin liegen, dass sie Patienten aktiver in den Behandlungsprozess einbinden und Warnsignale, sogenannte red flags einer Erkrankung, selbst erkennen lassen, um zum Beispiel im Falle einer Depression noch rechtzeitig den Arzt aufsuchen zu können, bevor die Erkrankung gefährliche Kipppunkte überschreitet und das eigene Leben gefährdet.
Gerade diese Aktivierung und Selbstcheck kann einen entscheidenden Unterschied im Verlauf einer Erkrankung machen.
Besonderheit unserer Praxis
Insbesondere im Bereich der koronaren Herzkrankheit können Erfahrungen mit DiGAs zusätzlich unter kardiologischen Gesichtspunkten eingeordnet und gemeinsam besprochen werden.
